Martin Sonneborn springt gleich auf, um zu helfen, als er sieht, dass eine Frau mit Kinderwagen Schwierigkeiten hat, die Tür seines Berliner Stammlokals zu öffnen. Sein umgängliches Wesen und die sonore Stimme sind dem 42-Jährigen bei seiner Mission sehr nützlich. Sie besteht darin, Leute hinters Licht zu führen, um sie zu entlarven. Sonneborn ist Ex-Chefredakteur und heutiger Mitherausgeber der Satirezeitschrift "Titanic" sowie bei "Spiegel online" für die Humor-Rubrik "Spam" verantwortlich. Sein größter Coup war die fingierte Bestechung der Fifa-Verantwortlichen vor der Fußball-WM 2006 - mit Kuckucksuhren und Schwarzwälder Schinken. "Bild" rief daraufhin ihre Leser dazu auf, den "Titanic"-Leuten die Meinung zu geigen, und druckte auch gleich die Telefonnummer der Redaktion ab. Sonneborn und Kollegen zeichneten die Gespräche auf und verarbeiteten sie zu einer CD: "Bild"-Leser beschimpfen "Titanic"-Redakteure.