Last Saturday I met the elusive and mysterious nchenga at a coffee place* in Hannover.
Once or twice during the conversation there was a cross-reference to something I or nchenga had written or linked to. And for me that’s one of the powerful side-effects of blogging: there’s a regular reader’s familiarity built over time.
* We were assured by an architect that the shop design featured in various architecture magazines a few years ago.
Nach der von Umair Haque angedachten Minithese "Is Etsy the next Google?" gab es ja schon nette Zurechtruecker von Kottke und 37Signals. Was aber Bernard Lunn von ReadWriteWeb nicht davon abgehalten hat, einen Kommentar in Haques Post aufzugreifen und nun zu fragen "Distributed Mass Customization: Is Etsy the next eBay?"
(Grillenkonzert, waehrend das Web gespannt auf Kottke wartet...)
Bernard Lunn kommt zu dem Schluss, dass mit der (vorwiegend im Westen, sic) steigenden Nachfrage nach hoch individualisierten Produkten vor allen Dingen Mikrounternehmen, wo immer auf der Welt sie sitzen moegen, eine Chance bekommen werden, hier global Geschaeft zu machen.
This is the coming wave of small business that can easily trade globally - with each other to offer new products and with consumers to meet specialized demand.
Nach seinem Modell wuerde es aber heissen, dass die Zukunft nicht bei den One(Wo)Man Show-Unternehmen liegen koennen wird, sondern bei Unternehmen, die sich auf Massenindividualisierung spezialisiert haben, und die, vielleicht im Sinne von Julie & Grace, in Manufakturen herstellen lassen.
Wieviel "long tail aggregation" kann ein Mikrounternehmen bewaeltigen, bevor es eben doch nur massenproduziert? Wie, auf der anderen Seite, wuerde es der Markt akzeptieren, dass es eben nur eine begrenzte Anzahl von Produkt X geben kann, mehr oder weniger schnell verfuegbar und vom Kunstschaffenden gefertigt? Und wie vertruege es der Kunstschaffende, wenn Konkurrenz (Massenproduzenten oder Mirkounternehmen) kurzerhand das Design kopierte und somit in groesserer Zahl verfuegbar machte?
In Bezug auf Etsy & Co. hiesse das aber wiederum eine entscheidende Wende in der hauseigenen Philosophie, oder? Und: ist der Markt bereit, mehr Geld fuer mehr Individualitaet zu zahlen, oder wird es bei einer Nische bleiben, waehrend der Rest eben doch auf Billigproduziertes zu kleinen Preisen zurueckgreift?
Amuesant erscheint die indirekte Warnung zum Schluss:
Just don’t try shoving mass-produced junk through these networks. It won’t work. These networks have a very good junk filter!
Sehr euphorisch, aber leider nicht realitaetsnah.
Sollte vielleicht besser heissen, diese Netzwerke haben einen guten Filter dank aufmerksamer User. Im Fall von Etsy scheint es allzu oft nur so, als gehe man Verkaeufern von massenproduzierter und als "handmade-by-seller" deklarierter Ware rigoros nach. Erwaehnenswert ist ausserdem, dass eine neue Flut von Wiederverkaeufern von eBay nun gezielt den Etsymarkt zu erurieren scheint, um wenigsten die Massenware unterzubringen, die noch am ehesten die Chance auf Absatz dort hat.
Die Kommentare sind stellenweise sehr lesenswert (zum Glueck noch ohne die obligatorischen nervigen Lobpreisungen von Etsyverkaeufern, die diesen Artikel per Egosurfing gefunden haben!):
(...) But how is mass customization related to Etsy? An artist makes a painting/blanket and put on Etsy instead of standing on a street fair. You buy if you like or pass on it. Where is customization here? Read the wiki definition of mass customization -- it's mass production plus some customization. Dell is a good example of mass production. It builds parts and allow customize your computer via wizard-like web interface. Where is customization on Etsy? (Quelle)
Angeblich arbeitet Etsy gerade fieberhaft an einem neuen, coolen Tool (hatte es irgendwo hier gebloggt...). Es wird gegenwaertig "the red sofa" genannt. Ich vermute, es geht in die Richtung verbessertes Alchemy mit mehr Individualisierungskram. Das waere dann "customization on Etsy". Aber noch lange nicht "mass customization".
Nachtrag 8. Maerz:
Note to the Babelfish/Google translation fraction: the automated translations you get hardly live up to the original. Blame artificial intelligence, but never me. :)
Zu schoen!
Hatte ich vor sieben Tagen noch "global awareness" und Susan Jacoby erwaehnt, und warum uns dieses Thema nicht ganz kalt lassen sollte, so sah ich gestern, dass es einen Tag spaeter bei Stefan Niggemeier einen Beitrag "Generation Kerner" (geschrieben von Christoph Schultheis) gab.
Niggemeier erspart das Kaufen des bei ihm genannten Buches (denn es lohnt eh nicht); ich empfehle nach wie vor, Susan Jacobys Buch vielleicht wenigstens mal probezulesen.
p.s. zur in den Kommentaren bei Niggemeier angesprochenen "Neuen Buergerlichkeit" gibt es einen guten Wikiartikel mit guten Querverweisen. Ich persoenlich wuerde eine neue Buergerlichkeit nicht an erster Stelle und platterweise an der Rueckkehr von alten deutschen Namen fuer Kinder festmachen wollen, aber... jedem seine Meinung.
Ohauerha.
Wie gut, dass ich der Eurovision weitestgehend fern bleibe (oder lediglich Israels Beitraege verfolge).
Oder wie Kommentator #33 bei Stefan Niggemeier sagte:
Bestimmt gibt es bald einen Artikel von irgendjemanden [sic!*], denn wenn „Dustin, der Türke” für Irland singt, dann ist das ja nur wieder ein neues Zeichen für die Islamisierung Europas…
re: "despite".
Waehrend der Guardian ungemein kuerzt und die Sache mit einem cleveren Wortspiel (despite bedeutet manchmal mehr als nur obwohl) zusammenfasst, heisst der O-Ton von Geldof so:
"The mere fact of his being a turkey should give Ireland the edge," suggested Geldof. He said it should not be claimed that "simply because this giant is a turkey he is somehow unfit to represent his country". If the Eurovision Song Contest was known for anything at all, he added, "it is the vast number of turkeys it produces each year . . . Sure won't he gobble them up!"
*und alle zusammen: Der Dativ ist dem Genitiv...
I'm on the edge to being pooped over Moleskine and MoleskineUS. They not only had a heavy delay on the release of their Seattle City Notebook, no.... Moleskine now features it in their 2008 stock, but apparently their partnering books stores are so select and elitist that I couldn't seem to find a single one on the web. MoleskineUS had been announcing the Seattle City Notebook since summer last year, and I signed up for their availability email update. Never heard from them. Just now I tried to send them an email through their web form... which I couldn't send due to mysterious errors that weren't errors.
So much for customer service and user-friendly websites at the original sources.
But here, and thanks to a fast indexing Google, I found that people are discussing the notebook on flickr. And it looks like this little elitist (punnnnn) shop on Amazon's Marketplace seems to stock what I need.
(intermezzo)
The order went quite smooth, and I hope that things will hit their respective new owner's mailbox by the end of this week.
So, while Moleskine and MoleskineUS were of no help whatsoever, a bit of over-excessive searching via Google turned up what I needed. I don't know whether I should be happy now or pooped.
Ich find's immer wunderbar interessant ueber Leute im Webgeschaeft zu hoeren, die zu ihrer jetzigen Position eher ueber untraditionelle Wege gekommen sind. Wenn Marketingchefs eben keine BWLer sind, Creative Directors keine diplomierten Grafikdesigner, usw. (lange Liste, gekuerzt). Mir scheint allerdings, dass die waehrend der dotcom-bubble so wahnsinnig populaeren Uniprojekte fuer Geisteswissenschaftler, die in die Wirtschaft wollen, gar nicht mehr so wahnsinnig populaer sind? Wenn es sie denn ueberhaupt noch gibt?
Wie auch immer. Wie komme ich drauf?
deutsche startups hat ein Interview gefuehrt, und zwar mit dem Chef von machdudas.de, Roman Reimer. machdudas ist interessant; typischer deutscher 2.0-Name und simples aber aufgeraeumtes Layout. Im Grunde die Kleinanzeigenrubrik fuer Dienstleistungen via das Internet. Waehrend man am Kiosk den Preis fuer die Zeitung zahlt, wird auf machdudas eben eine Vermittlungsgebuehr faellig, und zwar fuer den, der seine Arbeitskraft erfolgreich angeboten hat (nicht fuer den, der jemanden fuer die Erledigung einer Arbeit sucht). Und auch wenn die Tagline der Plattform "Jobs von privat fuer privat" heisst - Steuern und dergleichen muessen wenn noetig wie auch sonst gezahlt werden und werden von machdudas, da ja lediglich "venue", nicht geregelt. Eigentlich logisch.
Gesuche kann man auch einsehen, ohne angemeldet sein zu muessen, und derzeit scheinen die Anfragen doch recht gemischt. Allerding sieht es auch so aus, als haetten sich auch hier schon die ueblichen Bauernfaenger mit ihrer "Mit Heimarbeit schnell viel Geld verdienen!" eingefunden. Das truebt die Gesamterscheinung doch schon leicht ein.
Mir ist natuerlich dieses Gesuch hier aufgefallen - ich find's immer toll, wenn CDs "zuegig" erstellt werden sollen.
P.S.: Wenn man Sahne zu lange schlaegt, wird sie nicht zu Huettenkaese, sondern zu Butter und Molke. Die Molke kann man trinken, wenn denn der Geschmack gefaellt, und die Butter kann man kuehl stellen und aufs Fruehstuecksbroetchen streichen. Oder noch besser: einen Essloeffel Lieblingsmarmelade vorsichtig unterheben (marmorieren) und kuehl stellen. Lecker auf warmen Scones.
Interessanter Artikel in der NYT ueber gegenwaertige anti-intellektuelle Tendenzen in den USA und ueber Susan Jacoby, die heuer ein Buch darueber veroeffentlicht hat. (via Rob Walker).
(...) anti-intellectualism (the attitude that “too much learning can be a dangerous thing”) and anti-rationalism (“the idea that there is no such things as evidence or fact, just opinion”) have fused in a particularly insidious way.
Not only are citizens ignorant about essential scientific, civic and cultural knowledge, (...) but they also don’t think it matters.
Warum dieses Buch und dieses Phaenomen auch fuer uns in Deutschland (bzw. Europa) wichtig ist? Wer erkannt hat, wie sehr unsere Unterhaltungskonzepte bereits dem amerikanischen Weg von 24/7 Entertainment, Sensationsgierbefriedigung und Pseudowissenschaft folgen, weiss warum.
Und wer meint, die deutsche Version von obiger US-Show sei das Original, der weiss gar nicht, was eigentlich an unserem TV noch "original" ist. Verdummungsmaschinerie ist alles, was mir dazu einfaellt...
p.s. die YouTube Videoantwort zu "Is Europe a Country?" ist hier.
Natuerlich nicht. Erst im April.
eBay hat nur das Gebuehrenmodell geaendert, und so zieht ein Exodus enttaeuschter und aufgebrachter User aus, auf der Suche nach dem gelobten Land. Wir vergessen an dieser Stelle am besten, dass diese Aenderungen seit laengerem absehbar waren.
Und so kommt es, dass Etsy einen Einfall neuer Shops verzeichnen kann, die sich haeuslich niederlassen. Und auf Rache sinnen (natuerlich nie offiziell). Als Abschiedsgruss an eBay taggt man nun seine Angebote "blackout" und versieht seinen Shop mit abfaelligen Bemerkungen ueber eBay. Damit einen die eBay-Kundschaft besser findet, heisst es. Weil man ja zum Street Team der ex-eBayer gehoere (EBD), sagen die anderen (denn dann darf man naemlich tags verwenden, die ein Angebot nicht einmal im Entferntesten angemessen beschreiben, und bricht keine Etsyregel).
Diese Massnahme finde ich persoenlich unangebracht, undurchdacht, unprofessionell, und sie hat mit "power to the people" nichts positives gemein. Es ist wieder einmal die gute alte Mobmentalitaet. Die neu ernannte Etsyforumcommunitykindergaertnerinmanagerin ist da ganz anderer Ansicht:
Using the "blackout" tag is an interesting marketing tool and doesn't break any TOS or do's and don'ts. I can't say it will bring extra sales to you - but with all these forum threads, who knows? [source]
Sprach's, und stellte die Kommentarfunktion kurzerhand ab.
So geht's natuerlich auch.
Alternativ waere es aber besser, diskrete Deeskalationsmassnahmen zum Einsatz zu bringen. Und wenn all die, die in aller Panik nun ihre eBay-Angebote in Etsy hineinhacken, sich auch einmal die Zeit naehmen, wenigstens auf Etsy nachzulesen, was man darf und was nicht, waere vielen sehr geholfen. Darueberhinaus faengt es bereits jetzt schon an zu nerven, alle paar Angebote weit etwas von "auctions" zu lesen.
Und was mich am meisten interessiert.... waere ein solch peinliches Szenario, im Hinblick auf Verhalten und Benehmen, auch auf DaWanda oder Shopwindoz (obwohl, da gibt es kein Forum) moeglich? Oder haben wir hier eine ganz andere (Web-)Kultur? Wenn ich DaWandas deutschsprachiges Forum mit dem von Etsy vergleiche, finde ich schon, dass es grosse Unterschiede gibt (auf DaWanda z.B. wuerde ich nie hochpersoenliche Diskussionen finden; Amis scheinen da eher den Drang zum hemmungslosen Schwaetzen zu haben).
Listening to Gapinvoid's second round of "Me and the Rabbi"-style podcast ponderings on marketing, the universe and everything else business, and making money. Pinny Gniwish is a rabbi, but moreover here, he is a business person (and quite a successful one) located in the jewellery trade, just that this got a bit twisted around.
It's a good podcast, and you want to make sure you listen to round one, too.
Ach ja, Gezicke ohne Ende. Da merken wir doch wieder einmal, dass wir noch am Leben sind, was?
We received a wonderful email from Dawanda admin yesterday, saying the abuse and harassment we received on Etsy will not be tolerated on Dawanda. (...) (source)
Wundert mich eigentlich, dass sich das DaWanda-Management so aktiv in mysterioese Vorgaenge auf Etsy einmischt und so deutlich Stellung bezieht. Besonders, wenn man nur eine Seite der (in diesem Fall sehr verworrenen und undurchsichtigen) Geschichte kennt. Waer' mir als Chef von DaWanda viel zu unprofessionell und zu heikel, solche Statements von mir zu geben. Aber hey... to each their own.