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...und solche, die einfach nur noch einmal nachschlagen möchten, finden Daten und Zahlen im "Greenstyle Report" der Hubert Burda Research. Die PDF (Stand: August 2007) gibt es zum Herunterladen hier. Die Pressemeldung dazu veröffentlichte Hubert Burda Medien im Oktober 2007.
Hintergrund des Reports, laut Burda Medien:
Die Auswertung entstand auf Grundlage der "Typologie der Wünsche 06/07" und in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsinstitut und den Young Global Leaders. Die Markt-Media-Studie "Typologie der Wünsche" des Burda Community Networks analysiert monatlich die Einstellungen sowie das Konsum- und Mediennutzungsverhalten der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren.
Die Überschrift im Wall Street Journal-Feed hat schon so verdächtig nach Etsy gerochen, da musste ich einfach reinklicken. Und siehe da: stimmt. "Shepherd's Tale: Here's A Yarn for Eco Knitters" heisst es da. Das Wall Street Journal schrieb bereits am 19. April über Susan Gibbs, die eine Schafzucht in Martha's Vineyard in Maryland unterhält. Nicht nur, dass sie die Schafe hütet und schert, nein, die Wolle wird dort verarbeitet und dann, genau, im Etsyshop verkauft. Es geht hier auf der einen Seite um CSA (Community Supported Agriculture, Landwirtschaftsgemeinschaftshof zu Deutsch), und zum anderen um das Vermarkten eher traditioneller Waren im Zeitalter des Web2.0.
She discovered the passionate world of 21st-century knitting, a quirky realm that is growing fast, with help from the Internet. About 53 million American women knew how to knit and crochet in 2004, up from 35 million a decade earlier, according to a recent study by the Craft Yarn Council of America.
Und gerade dieser web2.0-Markt der neuen Handarbeitsbegeisterten, der Losumer und der LOHAS ist durchaus einer, auf dem es sich auch mit ökologisch produzierter Wolle recht erträglich verdienen lässt. Denn, so berichtet das WSJ,
For many in this new generation of knitters, any old yarn won't do. Some eco-minded knitters sell yarn made from unraveled thrift-shop sweaters. Aiming to reduce fuel consumption, other knitters lobby their fellows to avoid using yarn produced more than 100 miles from their homes. Zealous about using only natural fibers -- and knowing precisely where they come from -- some buy their yarn from individual shepherds or travel to the British Isles, Scandinavia and other countries to examine fleece while it is still on the animals.
Und nun kommt der eigentliche Clou. Da gerade Menschen in Städten schlecht an eine Wirtschaftsgemeinschaft herankommen, sei es, um Produkte zu beziehen oder als Freiwillige selbst Hand anzulegen, hat Susan Gibbs ein Konzept erdacht, mit dem sie den Gemeinschaftsgedanken ins Web trägt - und zwar in Form von Anteilen, die sie über ihren Shop auf Etsy verkauft. So können Interessierte also für $100 eine CSA-Wolle-Aktie erwerben; das Herbstpaket für 2008 sieht zum Beispiel so aus:
When you purchase a share in our CSA you are investing in our Fall 2008 “yarn harvest” of Kid Mohair and Mohair. You’ll receive an shareholders certificate, weekly email updates on what’s going on around the farm, and an invitation to our Shearing Day Celebration. (And if you get the urge to shovel poopy hay while you're here, we’ll lend you a shovel.)
Das Geld der Aktie fliesst in Futter, Pflege der Tiere und Kosten für die Herbstschur und Verarbeitung in der Spinnerei, und am Ende erhält man gesponnene Wolle zurück. Wer die gewonnene Wolle selber verspinnen oder verfilzen möchte, kann alternativ ein "Spinner's Share" kaufen.
Dieses Modell wäre vielleicht äusserst interessant für ähnliche Projekte hier in Deutschland, und zudem ist es ausserdem gut abwandelbar auf z.B. Imkereien und Erzeuger alter Obst- und Gemüsesorten, die ja leider sehr um Unterstützung ringen müssen (EU-Verordnungen, Massenerzeugerkonkurrenz, Gensaat und all die Hässlichkeiten). Das Internet kann hier eine optimale Vermarktungsplattform bieten, weil sie überregional eine Interessensgemeinschaft zusammenbringen und aufbauen kann bei vergleichsweise geringem Aufwand. Mit einem recht hohen Anteil an Handarbeit bei der Erzeugung der Produkte wäre ausserdem durchaus ein Shop auf Etsy und DaWanda denkbar (im Hinblick auf wenig Aufwand beim Absatz: man muss lediglich Artikel einstellen und den Shop am Laufen halten, braucht sich aber nicht herumzuplagen mit dem Programmieren und der Serverpflege).
Da wir hier ja gerade intensivst am Thema "Creative Consumerism" arbeiten - hier wäre meiner Meinung nach ein weiteres brilliantes Beispiel für eine sinnvolle Definition des Begriffes. Und Laura Lorber, in WJSs "Independent Street" blog lässt ausserdem auch den Begriff "creative financing" fallen (bitte die Kommentare der Etsyverkäufer ignorieren, die wieder einmal kommentieren, um ihren eigenen Shop zu vermarkten...).
.English summary:
Martha's Vineyard Fiber Farm in Maryland is a project owned by Susan Gibbs, who has taken a special twist on the traditional CSA model. An article published in the WSJ on April 19 highlights how, through selling harvest shares via her Etsy shop, Susan Gibbs taps the online market, thus reaching customers who otherwise hardly have a chance to actively support CSA project such as hers. Gibbs's customers belong to what the WJS termed "realm of 21st century knitting"; a very active, very eco- and trend-aware community of knitters and crafters in the USA that is currently growing rapidly, thanks to the internet. Here actually lies a great and interesting potential to promote ecological farming as well as broaden one's customers base.
CSA, which has its roots in Japan and where so-called Teikeis were first established in the 1960's, has an equally long tradition in Germany. They became more popular during a first eco-consumerism wave in the early 80's and are known as Landwirtschaftsgemeinschaftshof. Gibb's take on CSA could be an interesting business model for German farming communities as well, be it bee keepers, rare fruits and vegetable farming or sheep farming: bringing the philosophy of ecological and sustainable farming to city dwellers by means of the web2.0 (e.g. a shop on Etsy or DaWanda), supplying them with quality goods and letting them experience the many advantages of such products, could branch out into successful business opportunities for small enterprises, who often enough suffer the pressure of the big consumer markets that are in the hands of EU regulations and genetic engineering lobbyists.
A propos Losumers: Nettes Konzept bei Luxus International in Berlin; aehnliches gibt es in Hamburg und einigen internationalen Locations.
Berlin hat ein einzigartiges Kreativpotenzial. Dennoch fehlt es an Präsentationsmöglichkeiten für ebendiese Kreativen.
Diese Präsentationsmöglichkeit bietet Luxus International.
Der Laden wurde im November 2002 geöffnet.
Die Idee dieses Concept-stores kam über verschiedene kulturelle Veranstaltungen in der sogenannten Berliner off-szene.
Kreative können sich für 5 euro im Monat ein Fach anmieten und ihre Werke anbieten.
Seit Eröffnung hat Luxus International 258 Kreativen die Möglichkeit zu einer Präsentation gegeben.
Der Laden steht für stetigen Wandel, Innovation, Neue Trends und Dinge, die das Leben schöner machen:
Luxus International eben.
Vielleicht wird's ja ein richtiger Trend 2008.
*chuckle*
Schoen, dass das endlich mal wem anders als mir auffaellt...
p.b. Trendwortvielbenutzer und -wichtigfinder, diese Worte bitte merken: locavore und losumer. Ich weiss... auch in meinen Ohren hoert es sich wie Lokus und Klospuelung an.
p.p.b. ... wie wuerden wir es denn auf deutsch sagen? "Lokalisten" ist ja leider schon gebrandet vergeben...